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Zweckverband Rheingau – Domainstreit

Der Rheingau ist nach § 3 des Weingesetzes eines von 13 Anbaugebieten für Qualitätswein in Deutschland, Politisch gehört der Rheingau zum Rheingau-Taunus-Kreis im Bundesland Hessen.

Frank Förster von der Firma Klickrhein, betreibt bereits seit 1998 die Domain rheingau.de, welche einen integralen Bestandteil seines Portfolios darstellt.

Der “Zweckverband Rheingau” ist eine Körperschaft des öffentlichen Rechts und wurde am 27. Februar 2007 gegründet. Verbandsvorstand ist Paul Weimann, Bürgermeister der Stadt Oestrich-Winkel.

Die Wort-Bild Marke “Kulturland Rheingau” des Zweckverbandes Rheingau wurde am 19.03.2010 unter dem Aktenzeichen 3020100166541 beim Deutschen Patent- und Markenamt eingetragen. Die Entwicklung des Logos hat laut Weimann 30.000 Euro gekostet, was bei manchem – in Bezug auf das Ergebnis – eine gewisse Verwunderung aufkommen lässt. Es lassen sich selbst mit geringerem Budget professionelle Ergebnisse erzielen, wie man bei Logotournament sehen kann.

Nun hat Herr Weimann vom Zweckverband Rheingau Herrn Förster ohne vorherige Absprachen aufgefordert, die Domain rheingau.de herauszugeben und dies im nächsten Schritt durch Anwälte abmahnen lassen.

Da der Rheingau weder einer Gebietskörperschaft noch einem sonstigen Namensträger zugeordnet werden kann, gelten hier die allgemeinen Grundsätze des Bundesgerichtshofes zur Registrierung generischer Domainnamen“, so Rechtsanwalt Dr. Hajo Rauschhofer.

Inwieweit sich die Herren des Zweckverbandes Rheingau im Vorfeld über die Erfolgschancen einer solchen rechtlichen Vorgehensweise erkundigt haben ist mir nicht bekannt. Man hätte jedoch durch eine nicht sehr zeitraubende Recherche im Netz zu dem Ergebnis kommen können, dass die Erfolgsaussichten sehr gering sind.

Da der Zweckverband eine Körperschaft des öffentlichen Rechts ist, sollte eine gewisse Sorgfalt vorrausgesetzt werden, wenn es um den Einsatz finanzieller Mittel geht.

Jedoch wurden nicht einmal die grundlegenden Hausaufgaben gemacht. Dies sieht man daran, daß die .com Domains der Wort-Bild Marke noch zu haben sind:

kulturland-rheingau.com
kulturlandrheingau.com

Abgesehen von der rechtlichen Lage, finde ich die Vorgehensweise des Zweckverband Rheingau mehr als schlecht. Wenn man so mit engagierten Unternehmern der Region umgeht, sollten sich die Verantwortlichen in die Ecke stellen und schämen.

Durch diese Posse bekommt die Dachmarke Rheingau erste Kratzer, die die Markeninhaber selbst zu verantworten haben. Das ist ein gutes Beispiel für misslungenes Reputationsmanagement.

Zitat Zweckverband Rheingau: “Dem bisherigen Inhaber dieser Domain war dabei immer bedeutet worden, dass er nach einer erfolgten Übernahme der Domain durch den Zweckverband, diese von ihm bisher betreute Aufgabe hätte weiter führen können.” Anscheinend ist dem Zweckverband Rheingau sein Kolonialherrengebaren nicht bewusst. Das ist schlichtweg eine bodenlose Frechheit, da die Domain rheingau.de schießlich Eigentum von Herrn Förster ist.

Ich möchte Herrn Weimann sehen, wenn man Ihm sein Gartengründstück abnimmt und im gleichen Satz betont, dass er weiter den Rasen mähen darf.

Die “energetische Form” der Welle stehe für Schwung, so die Inhaber der Marke. Wie man sich schwungvoll ins Abseits manövriert haben die Herren eindrucksvoll vorgeführt.




Kommentare (13)

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  1. Karl sagt:
    17. September 2010 um 22:17

    Generell finde ich den Artikel gut. Leider verstehe ich nicht, dass umsonst rasengemäht werden soll, Herr Förster würde letztendlich für die weitere Pflege dafür vergütet werden.

    Kalli

  2. Rheingauerbub sagt:
    18. September 2010 um 00:11

    so ein quatsch… dann geb dem halt 10 euro pro stunde für’s rasenmähen. das ändert nichts an der schweinerei, das einem sein eigentum abgenommen werden soll. soweit sind wir hoffentlich hier noch nicht!

  3. domainmaster sagt:
    18. September 2010 um 00:46

    Hallo?! Aber was willst du von Bürokraten denn sonst erwarten. Das schönste ist ja die .com Domains. Da wird eine Marke aufgebaut, die 30TEUR kostet, und man registriert nicht einmal die TLD Domains cno und .eu für 10€ im Jahr. Ich würde solche Trottel rausschmeissen.

  4. Jan sagt:
    20. September 2010 um 11:42

    30.000 Euro für das Logo bzw. die Marke, jetzt noch Rechtsanwaltskosten und evtl. Gerichtskosten und das alles für dieses negative Marketing ;) So ist das halt, wenn ehr konservativ wirkende und anscheinend auch denkende “Einrichtungen” versuchen das “neue” Internet zu erobern.

  5. Stefan sagt:
    20. September 2010 um 11:59

    @Jan: Vollkommen richtig! Das aberwitzige ist ja, daß Herr Förster seit Jahren der Dienstleister des Zweckverbandes Rheingau und der Stadt Oestrich-Winkel ist!

    Das man hier im Vorfeld nicht ein Gespräch gesucht hat, zeichnet Herrn Weimann im Umgang mit seinen Dienstleistern nicht gerade aus.

    Es ist mir ein Rätsel, wie ein langjähriger Bürgermeister so wenig Fingerspitzengefühl an den Tag legen kann.

  6. Jan sagt:
    29. September 2010 um 18:20

    Die Gerechtigkeit hat gewonnen ;-) Herzlichen Glückwunsch!

  7. Stefan sagt:
    30. September 2010 um 11:32

    @Jan: Merci ;) Aber der Glückwunsch geht an Frank Förster von www.klickrhein.de

    Nun bin ich gespannt, wie der Verband hier vorgeht. Ich hoffe mal nicht, das sie weiter versuchen die Domain zu ergattern. Jetzt wäre meiner Meinung mal ein runder Tisch mit Herrn Förster angebracht.

  8. Jürgen Martin sagt:
    1. Oktober 2010 um 00:05

    Hallo, habe mich zwar hier noch nicht so ganz eingelesen, was mir nur auffällt, ist das die Seiten von der Fa. klickrein sehr einfach gestaltet sind. Ohne besondere Sorgfalt und ohne gestalterische Ideen wird der Name “Rheingau.de” verwendet um Geld zuverdienen. Vielleicht wäre es besser diesen Namen in eine andere Hand abzugeben. Geldverdienen ist nicht alles.

  9. Stefan sagt:
    2. Oktober 2010 um 13:03

    @Jürgen: Ich persönlich finde die neue www.rheingau.de eigentlich recht gelungen. Übermäßige Belästigungen durch Werbebanner kann ich hier nicht finden. Das ein Seitenbetreiber den Inhalt auch monetarisiert ist nicht verwerflich und bietet einen attraktiven Werbeplatz für Betriebe der Region. Diesen Einwand kann ich absolut nicht nachvollziehen.

    Die öffentliche Hand ist kein garant für den Erfolg einer Website, die rheingau.de ist etabliert und eine gute Basis. Ich denke nicht, dass sich Herr Förster einer Zusamenarbeit mit den entsprechen Stellen verweigert. Wenn mann hier an einem Strang zieht, kann man noch schöne Sachen machen, wie iPhone Apps für den Rheingau Besucher uvm.

    Meckern ist immer einfach, bitte das nächste mal ein Konzept mit Designvorschlägen im Kommentar verlinken. Danke.

  10. Jürgen Martin sagt:
    2. Oktober 2010 um 16:29

    Hallo Stefan,
    dies ist kein Meckern, sondern eine Feststellung. In der Tat ist die jetzt überarbeitete Seite ein Fortschritt. Vielleicht hat der Domainstreit dazu beigetragen. Dann bin ich ja schon dankbar. Designvorschläge gibt es im Internet genügend. Man muß nur auf entspechende Seiten von Urlausregionen gehen. Und als solche würde ich den Rheingau gerne bezeichnen. Und eine Internetseite muß dies “rüberbringen”.
    Ebenfalls Danke.

  11. Stephan sagt:
    5. Februar 2011 um 19:36

    heute im Kurier:

    „Schlag gegen den Rheingau“
    05.02.2011 – RHEINGAU

    (bm). Der Vorsitzende des Zweckverbands Rheingau, Paul Weimann, bedauert es, dass die Werbeagentur Klickrhein, Betreiber der Domain „rheingau.de“, Widerspruch gegen die Eintragung der Marke „Kulturland Rheingau“ eingelegt hat. Dieser Widerspruch richte sich gegen das einheitliche Auftreten der Region und sei ein Schlag gegen alle, die an einer erfolgreichen Weiterentwicklung des Rheingaus interessiert seien. Viele Institutionen und Betriebe, die hinter der Marke „Kulturland Rheingau“ stehen, seien auch noch Geschäftskunden der Werbeagentur Klickrhein, so Weimann. Diese habe den Bogen überspannt und werde keinen Erfolg haben, weil die Marke alle Voraussetzungen erfülle und nicht durch Einzelinteressen beschädigt werden könne.

    Der Zweckverband ist gegen die Gerichtsentscheidung, dass ihm keine Rechte an „rheingau.de“ zustehen, in Berufung gegangen. Er stützt seine Ansprüche, so Rechtsanwalt Hajo Rauschhofer, auch auf die angemeldete Marke „Kulturland Rheingau“. Rauschofer hält diese Marke nicht für schutzfähig.

    Kommentar dazu:

    So ein Unsinn!
    Das ist ja nicht zu fassen. Was dieser in sich selbst verliebte Bürgermeister von sich gibt ist Unsinn. Was Frank Förster macht, ist Kampf um´s Überleben und die einzige Chance seine Domain und Plattform rheingau.de zu behalten, die ihm der Zweckverband streitig macht. Der Zweckverband kann es nicht begreifen, dass sie allesamt Schlafmützen sind und können es in Ihrer Selbstherlichkeit nicht akzeptieren, dass ihnen die Domain rheingau.de nicht gehört. Der einzige in dieser Gruppe, der seit jahren den Rheingau touristisch nach vorne bringt, ist Frank Förster mit seinem Portal rheingau.de. Wann kapieren die Herren endlich, dass sie was eigenes machen sollen und rheingau.de bei Förster lassen sollten. Weimann soll die Kirche im Dorf lassen und an andere Stelle Geld des Steuerzahlers aus dem Fenster werfen. Niemand anderes als die Steuerzahler zahlen den Klagespasses des Zweckverbandes.

    Hände weg von rheingau.de !!!

  12. 7. Februar 2011 um 15:33

    [...] an der seit 1998 genutzten Domain „rheingau.de“ zustehen. Hintergrund ist der Domainstreit des Zweckverband Rheingau um die Domain rheingau.de mit dem aktuellen Betreiber, der Internetagentur klickrhein von Herrn [...]

  13. Hermann sagt:
    8. Februar 2011 um 13:44

    Wem was in welcher Form zusteht ist zwar strittig, aber nicht das eigentliche Problem! Aussenstehende, die die Adresse www.rheingau.de besuchen, bekommen den Eindruck, als sei dies eine (na sagen wir) unabhängige Seite, die eben nicht unter monetären Aspekten eingestellte Informationen zum Tourismus bietet. Insbesondere, wenn man die Seite “Kontakt” anklickt kann sehr schnell der Eindruck entstehen, diese Seite werde vom RTKT betrieben. Ich unterstelle, die Entstehung dieses Eindruckes ist gewollt. Ungeachtet der Rechtssituation bin ich fest davon überzeugt, dass diese Domain in wirklich neutrale Hände gehört, damit Besucher der Region und Freunde des Rheingau wirklich unabhängige Angebote aus der Gastronomie, Hotelerie und anderen touristischen Anbietern erhalten. Diese Seite gaukelt (geschickt) vor, dass dies so sei. Insofern…

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